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Rückblick auf den Bundeskongress 2025: Nachwuchskräfte im Praxistalk

  • Dokumentation
  • 15 Mai 2026
Das „Onboarding“ und der Verbleib von Fachkräften in der Frühen Bildung standen im Fokus des WiFF-Bundeskongresses im November 2025 – was liegt da näher, als Berufseinsteiger:innen und Studierende selbst zu Wort kommen zu lassen? Im Praxistalk sprachen angehende Fachkräfte aus unterschiedlichen Städten über ihren Weg in die Frühe Bildung – oder auch ihren Wiedereinstieg ins Studium. In diesem Blogbeitrag können Sie die zentralen Aussagen unserer Gesprächsteilnehmer noch einmal „nachhören“.

Onboarding, das bedeutet neue Fachkräfte „mit an Bord“ zu holen. Damit das gelingt, braucht es Konzepte und Abläufe, die die Einarbeitung strukturieren. Patenschaften für neue Fachkräfte sowie Mentoring, Feedback und Offenheit als Gelingensbedingungen und vor allem: „Team, Team, Team“ – das waren die wiederkehrenden Themen der Runde. Hier die Highlights:

„Das was ich mache hat Auswirkung" – Wertschätzung als Schlüssel zum Berufseinstieg

Philip und Andreas aus Berlin berichten von ihrem Berufsstart beim gemeinsamen Träger Fröbel. Entscheidend für ihren Weg in die Frühe Bildung: Wertschätzung. Beide erlebten, dass ihre Stimme zählt, ihr Engagement gefördert wurde und sie sich an Mentor:innen und Leitungen wenden konnten. Sie berichten aber auch von Schwierigkeiten bei Mitschüler:innen: fehlende Anleitung und Kommunikation sowie der Einsatz von Nachwuchskräften als Aushilfen bei Personalmangel erschweren den Einstieg. Wichtig für den gelingenden Berufseinstieg ist aber nicht nur der Lernort Kita, sondern auch passende Schulkonzepte.

  • Hörausschnitt mit Philip Nesemann und Andreas Bauch

„Ich wollte irgendwie ganz viel“ - Praxisnähe als Entscheidungsfaktor

Louisa und Lena Sophie haben sich bewusst für die Frühe Bildung entschieden, weil ihnen der hohe Praxisanteil wichtig ist. Lena Sophie studiert dual Kindheitspädagogik und macht parallel die Erzieherausbildung am erzbischöflichen Berufskolleg in Köln. Louisa absolviert eine praxisintegrierte Ausbildung (PiA) bei einer Elterninitiative unter dem Dach des Paritätischen Wohlfahrtverbandes. Sowohl für Lena Sophie als auch für Louisa ist die Praxisnähe ein Qualitätsmerkmal. Es wird aber auch deutlich, dass das private Umfeld Ausbildung und Studium unterschiedlich bewertet. So wusste Lisa früh, dass sie in die Frühe Bildung will, doch wurde ihr signalisiert: „Mit Abi ist Ausbildung unter deinem Niveau.“ Sie entschied sich dennoch für die PiA und später für das Studium an der TH Rosenheim. Als wichtige Faktoren für den Weg in den Beruf benennt sie Mentoring und den Austausch mit anderen Studierenden.

  • Hörausschnitt mit Lena Sophie Pierich, Louisa Loch und Lisa Stumvoll

Faktor Berufsentwicklung: „Das kann es noch nicht gewesen sein.“

Jessica und Annika, die ebenfalls an der TH Rosenheim studieren, entschieden sich nach mehreren Berufsjahren für ein Studium der Kindheitspädagogik, weil sie „mehr erreichen“ wollten – fachlich und persönlich. Annika sieht sich weiterhin klar in der Frühen Bildung; Jessica möchte nicht vollständig in die Kita zurück, sondern auf beruflicher Ebene etwas für pädagogische Fachkräfte bewirken. Da sie Leitungserfahrung besitzt, beschreibt Annika, worauf es bei der Einstellung und Einarbeitung ankommt: Genau hinschauen, wer ins Team passt und eine gute Einarbeitung durch Patenschaften.

  • Hörausschnitt mit Jessica Fröhlich und Annika Stiller

Zum Abschluss: Was Fachkräfte im Beruf hält

In der Abschlussrunde zur Frage „Was hält Fachkräfte im Feld?“ wurden die Themen der Gesprächsrunde von den Gesprächsteilnehmern noch einmal zusammengefasst: Fachkräfte bleiben, wenn es im Team funktioniert - wenn sie gesehen werden, sich entwickeln können und spüren, dass ihr Beitrag zählt. Wenn Lerngelegenheiten ausfallen, weil der Alltag nur aus „Notbetrieb“ besteht, entsteht Frust. Der Ausstieg geschieht dann oft schleichend. Es ist das „Feuer für den Beruf“, das entscheidend ist – und das erlöschen kann, wenn niemand nachfragt, wie es den „Neuen“ geht, wenn Begleitung und Austausch fehlen ebenso wie die Anschlussfähigkeit des Gelernten. Dafür sind alle Beteiligten verantwortlich: die Nachwuchskräfte selbst, die Teams und Leitungen, aber auch Träger, Schulen und Politik.

 


Autorin: Denise Heinrich, WiFF

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