Mit Erasmus+ beginnt europäischer Austausch in der Kita – auch digital mit eTwinning

Lernaufenthalte für pädagogische Fachkräfte
Lernaufenthalte in Europa – das bietet Erasmus+ nicht nur Studierenden, sondern auch pädagogischen Fachkräften in der frühkindlichen Bildung. Möglich sind zum Beispiel Fortbildungen zu verschiedenen Themen der frühen Bildung oder Hospitationen in Partner-Kitas, um tiefer in den Alltag und die pädagogische Arbeit einer anderen Einrichtung einzutauchen. Der Erfahrungsaustausch und die Vernetzung mit europäischen Kolleg:innen sind dabei oft genauso wichtig wie die inhaltliche Beschäftigung mit (neuen) Themen. Zur Auswahl stehen die 27 EU-Staaten und sechs weitere Erasmus-Programmstaaten.
Erasmus+ als Baustein der Kita-Entwicklung
Den Antrag auf eine Erasmus-Förderung stellt in der Regel der Kita-Träger. So ist sichergestellt, dass die Lernaufenthalte der Fachkräfte im Einklang mit den Schwerpunkten der jeweiligen Kitas und Träger stehen.
Einige Kita-Träger in Deutschland sind bereits bei Erasmus+ akkreditiert, sodass interessierte Kitas sich zunächst bei ihrem Träger informieren können, ob bereits eine Erasmus-Förderung besteht. Eine Liste aller in Deutschland akkreditierten Einrichtungen finden Sie auf der Website von Erasmus+. Eine weitere Option ist ein eigener Förderantrag für ein „Kurzzeitprojekt“. Außerdem können sich Kitas und Kita-Träger ohne eigene Förderung an Erasmus+ beteiligen, indem sie Fachkräfte aus anderen Ländern zur Hospitation in der eigenen Einrichtung aufnehmen.
Digitaler Austausch mit eTwinning
Der digitale Austausch mit eTwinning, der Online-Plattform von Erasmus+, macht den Kontakt zu europäischen Kolleg:innen intensiver und nachhaltiger. Zu finden ist eTwinning als geschützter Bereich auf der kostenlosen und datenschutzkonformen European School Education Platform. Im eTwinning-Netzwerk sind Pädagog:innen aus über 40 Ländern aktiv: Alle Länder der Erasmus-Förderung und darüber hinaus einige Länder der östlichen und südlichen Partnerschaft der EU – zum Beispiel Tunesien oder die Ukraine.
Mit eTwinning können Pädagog:innen…
… sich vernetzen. Der Netzwerk-Bereich bietet Suchmasken, um passende Partner:innen für die eigene Kita oder Einrichtung zu finden. Außerdem können Einrichtungen selbst Projektideen vorstellen.
… mit den Kindern interaktive, internationale Projekte durchführen. Durch gemeinsame Lernaktivitäten mit Kindergärten im Ausland blicken die Kinder bereits im Vorschulalter über den Tellerrand der eigenen Kita hinaus und entwickeln so eine Idee von Europa. Die Kinder können sich zum Beispiel über Videokonferenzen kennenlernen und gemeinsame Projekte gestalten.
Los geht’s: Erste Schritte zu Erasmus+ und eTwinning
- Lassen Sie sich von den Erfahrungen anderer Kitas inspirieren, zum Beispiel in unserem Magazin Austausch bildet: Europa von klein auf oder auf www.erasmusplus-kita.de
- Kita-Träger mit Interesse an einem Antrag auf Erasmus-Akkreditierung können sich beim Pädagogischen Austauschdienst beraten lassen. Die für Ihr Bundesland zuständige Ansprechperson finden Sie unter https://erasmusplus.schule/service/ansprechpersonen.
- Registrieren Sie sich bei eTwinning! Auch angehende Erzieher:innen können sich mit ihrer Berufs- oder Fachschule registrieren, um eTwinning schon während der Ausbildung kennenzulernen.
- Das Projektkit Europa in der Kita bietet viele Ideen für eTwinning-Projekte.
- Besuchen Sie eine Veranstaltung, zum Beispiel Online-Infoveranstaltungen oder internationale Kontaktseminare in Präsenz.
Autorinnen: Johanna Grießbach und Annika Gruß, Nationale Agentur Erasmus+ Schulbildung im Pädagogischen Austauschdienst (PAD)
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