Wie gelingt Wissenstransformation?

Unterscheidung zwischen Wissenstransfer und Wissenstransformation
Die Begriffe Wissenstransfer und Wissenstransformation werden häufig synonym verwendet, wodurch eine klare begriffliche Abgrenzung erschwert wird. Während Transfer die lineare Übermittlung von Wissen meint, ist Wissenstransformation wechselseitig ausgerichtet. Dabei wird Wissen idealerweise im Austausch mit Personen unterschiedlicher Berufsgruppen bzw. Professionen (zum Beispiel aus Wissenschaft und Praxis in der Frühen Bildung) geteilt, zusammengeführt und in diesem Prozess in „neues“ Wissen umgewandelt. Während beim Transfer Wissen also von A nach B übertragen wird, steht bei der Wissenstransformation die Herstellung neuen Wissens im Fokus, z.B. indem sich mit unterschiedlichen Zielgruppen über bestehende Wissensbestände ausgetauscht wird und diese anhand dessen verändert werden.
Unterschiedliches Wissen zusammenbringen
Damit Wissen zwischen Wissenschaft und Praxis verändert werden kann, ist auf Seite der Wissenschaft wichtig mit Multiplikator:innen bzw. Praxisakteur:innen in den Dialog zu treten. Sozialwissenschaftliche Forschungsergebnisse behandeln häufig Themen und Probleme, die in der Praxis relevant sind. Um nicht ohne die Praxis über die Praxis zu sprechen, ist es wichtig, dass die beteiligten Akteur:innen eine Offenheit für die jeweils andere Perspektive entwickeln, sowie in Austausch und Aushandlung miteinander kommen. Diese Offenheit spiegelt eine wechselseitige Wertschätzung zwischen Praxis- und Wissenschaftsakteur:innen wider. Zugleich kann so neues Wissen generiert werden, das sowohl fundiert als auch praxisnah ausgerichtet ist.
Gelingensbedingungen von Wissenstransformation
Wissenstransformation ist voraussetzungsvoll und enthält Hürden, wie beispielsweise eine unterschiedliche Art und Weise der Kommunikation oder auch Möglichkeit und Bereitschaft ausreichende zeitliche oder finanzielle Ressourcen einzubringen. Daran knüpfen gleichzeitig Gelingensbedingungen an, die Wissenstransformation aus Sicht der Praxisakteur:innen vorantreiben können. Zum einen müssen „Räume“ für einen solchen Austausch geschaffen werden (z.B. Werkstätten, Netzwerke), in denen Dialog stattfinden kann. Dies hängt wiederum eng mit vorhandenen Ressourcen (Räumlichkeiten, Zeit, Finanzen, usw.) zusammen, die beispielsweise von den verschiedenen Steuerungsakteuren beeinflusst werden können. Zum anderen ist die Auseinandersetzung mit den Perspektiven der jeweils anderen Akteur:innen notwendig (zum Beispiel Wissenschaft und Praxis, aber kleiner gedacht auch Kita und Schule). Dabei spielen wertschätzende Kommunikation, Transparenz über eigene Erfahrungen und eigenes Handlungswissen eine Rolle sowie das Formulieren gemeinsamer Ziele und Maßnahmen. Einen Link zum Artikel von Anna Beutin und Anna Pilchowski (2026) finden Sie hier und im Teaser am Ende des Blogs.
Autorinnen: Anna Pilchowski und Anna Beutin, WiFF
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