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Praxismentoring als Lernbegleitung und -unterstützung

  • Thema
  • 18 Nov. 2025
Das Mentoring in der Kitapraxis umfasst die Lernbegleitung bzw. Lernunterstützung angehender Fachkräfte durch Praxismentor:innen in der Einrichtung. Sie tragen – gemeinsam mit schulischen Akteur:innen – die Verantwortung dafür, dass angehende Fachkräfte in ihrer Ausbildung bzw. ihrem Studium Fach- und Handlungskompetenzen entwickeln und festigen, so dass aus ihnen professionelle Fachkräfte werden.

Die Begleitung der angehenden Fachkräfte in der Praxis erweist sich aus unterschiedlichen Gründen als anspruchsvoll. Neben unterschiedlichen Ausbildungs- und Studienformaten, machen auch die vielfältigen Aufgaben selbst das Mentoring zu einem komplexen Prozess.

Aufgaben im Mentoring: das sagen angehende Fachkräfte und Praxismentor:innen 

Die Ergebnisse der Studie Kompakt „Lernen für und in der Praxis“ zeigen, dass die angehenden Fachkräfte sowohl in fachlicher und schulischer als auch in psychosozialer Hinsicht Unterstützung durch die Praxismentor:innen erfahren (Barbarino/Fuchs-Rechlin/Nachtigall/Pilchowski 2024, S.5). Auch die Praxismentor:innen benannten diese Aufgabengebiete in einer weiteren Befragungsrunde der Studie. 

Im Mittelpunkt der Aufgaben des Praxismentorings steht die fachliche Begleitung der angehenden Fachkräfte, welche mittels unterschiedlicher methodisch-didaktische Vorgehensweisen realisiert wird (z.B. unterschiedliche Gesprächsformen oder Feedback). Gleichzeitig wird deutlich, dass die Tandembeziehung zwischen Mentor:in und angehender Fachkraft alleine nicht ausreicht. Auch die interne Kooperation im Team, die Lernortkooperation mit Schulen und die Kooperation mit weiteren Netzwerken (z.B. Mentor:innentreffen des Trägers) sind relevant, um angehende Fachkräfte bei der Erreichung ihrer Ausbildungsziele zu unterstützen. 

Zudem benannten die Praxismentor:innen Aufgaben, die über eine rein pädagogische Expertise hinausgehen – etwa die Begleitung schulischer Aufgaben (z.B. Korrekturlesen von Facharbeiten) sowie die Umsetzung formaler bzw. organisatorischer Anforderungen (z.B. Onboarding, Koordination und Organisation von Zuständigkeiten).

Wie können die Aufgaben erfolgreich erfüllt werden? 

Diese Vielzahl an unterschiedlichen Aufgaben kann – insbesondere, da sie neben dem „Alltagsgeschäft“ geleistet werden muss – unübersichtlich und herausfordernd sein. Sinnvoll ist daher eine stetige Weiterbildung, um Kompetenzen, die für das Praxismentoring notwendig sind, zu stärken und die eigene Rolle als Mentorin zu reflektieren. Dies können Qualifizierungsmaßnahmen konkret für Praxismentor:innen sein, aber auch die eigenständige Kompetenzentwicklung durch Fachpublikationen sowie der fachliche Austausch mit anderen Mentor:innen.

Nicht zuletzt ist die Haltung der Praxismentor:innen ein wichtiger Einflussfaktor für die Erfüllung dieses Aufgabenspektrums und für die professionelle Begleitung angehender Fachkräfte. Hier einige Beispielfragen, die für die Gestaltung des Praxismentorings bzw. die Haltung als Praxismentor:in von Bedeutung sind:

  • Wie stehe ich angehenden Fachkräften, dem Wissen und Können das sie mitbringen, gegenüber? 
  • Welche Zuständigkeiten haben die Teammitglieder und ich in Bezug auf das Mentoring? 

  • Können unterschiedliche spezifische Expertisen der Teammitglieder genutzt werden? 

  • Verstehe ich mich als Expert:in, welche angehende Fachkräfte in ihrer beruflichen Entwicklung unterstützt und sich gleichzeitig selbst als Lernende ansieht? 


Autorin: Anna Pilchowski, WiFF

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